Vertreter von Bayer und GlaxoSmithKline zusammen mit Christoph Koch vom Stern sowie Lutz Tillmanns vom Deutschen Presserat an einem Tisch. Ring frei zum frohen Pharma-Bashing. Doch weit gefehlt: Viel mehr war es der Journalismus der in Bedrängnis geriet – wenn es auf Zeitung und Hörfunk überhaupt noch ankommt. Den Rest des Beitrags lesen »

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Schlagen wir dieser Tage die Zeitung auf, fallen sie uns entgegen: Die kleinen, dünnen und optisch oftmals sehr ansprechenden Heftchen. Eines von ihnen hat sicherlich jeder von uns schon einmal durchgeblättert. Die Rede ist von Verlagsbeilagen. Sie waren unter anderem Thema in der Podiumsdiskussion „Gekaufte Re(d)aktionen? Pharma-PR als Prügelknabe und Partner des Journalismus“. Die Medical Tribune, Beilage der Süddeutschen Zeitung, gehört beispielsweise zu diesen Heftchen.
Das Problem: Die augenscheinlich redaktionellen Artikel sind in Wirklichkeit gar nicht redaktionell. Oftmals sind es getarnte Anzeigen, geschrieben für ein bestimmtes Unternehmen. Die Beilagen sehen aus wie echte Magazine. Dem Leser ist es kaum möglich zu erkennen, welche Art von Produkt er in den Händen hält. Es gibt genug profitorientierte Unternehmen, deren einzige Absicht es ist möglichst hohe Gewinne zu erwirtschaften. Sie tun alles um ihr Produkt zu vermarkten. Für ein bisschen Geld können sie sich Platz in der Verlagsbeilage kaufen.
Und die Verlage halten dankend die Hände auf. Die Redaktionen lassen sich die zusätzliche Werbeplattform teuer bezahlen. Manche nutzen die damit verbundene Macht aus. Sie berichten über neue Innovationen zahlungskräftiger Unternehmen einfach nicht mehr im klassischem Medium, sondern bringen den Bericht in der Beilage. Kauft das Unternehmen nicht den geforderten Anzeigenplatz, gibt es eben keine Geschichte.

Dazu lässt sich nur noch sagen: Schwarze Schafe aus PR und Journalismus vereint euch und…

Wissenschaftler wissen viel! Aber nicht immer wollen sie dieses Wissen auch schon früh mit der Öffentlichkeit teilen. Haben sie ein Recht darauf ihre wissenschaftlichen Ergebnisse erst mit ihren Kollegen zu besprechen und danach damit an die Presse zu gehen? Oder haben sie – die größtenteils mit öffentlichen Geldern forschen – nicht die Pflicht die Gesellschaft über jeden Schritt ihrer Arbeit zu informieren? Den Rest des Beitrags lesen »

Telefonieren oder nicht?

November 18, 2008

Mittlerweile hat fast jeder ein Mobiltelefon und egal, ob es die Gesundheit nun gefährdet oder nicht, telefonieren werden die meisten weiter. Zumindest darüber sind sich die drei Referenten des Workshops „Mobilfunk: Kann Strahlung die Gesundheit gefährden?“ einig.

Professor Dr. Alexander Lerchl, Biologe an der Jacobs University in Bremen, stellte die Ergebnisse des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms vor. Demnach gab es bei Mäusen keinerlei Anzeichen, dass die Nutzung von GSM- oder UMTS-Technologien schädlich ist. Der Nachweis von bedenklichen Langzeiteffekten blieb ebenfalls aus. Professor Lerchl betonte auch, dass noch keine Aussagen über die Wirkung von elektromagnetischen Feldern bei Kindern getroffen werden können, ebenso nicht über die Langzeiteffekte beim Menschen. Die Interphone-Studie, eine Untersuchung zur (un)schädlichen Wirkung von Mobilfunkstrahlung bestätigt diese Ergebnisse, dass zum jetzigen Zeitpunkt eine starke Risikoerhöhung durch Mobiltelefone unwahrscheinlich ist.  Dr. H.-Peter Neitzke vom ECOLOG Institut in Hannover hingegen schließt kanzerogene Wirkungen und Veränderungen im Zentralen Nervensystem durch das „mobile“ Telefonieren nicht aus. Er spricht von „vorsorgendem Gesundheitsschutz“. Die Reduzierung von Grenzwerten, unabhängige Studien sowie der Kinder- und Jugendschutz sollen Bausteine dieser Konsequenz sein.

Vorerst wird die Parole also erst einmal lauten: abwarten und weitertelefonieren, denn Hinweise sind nach wie vor keine Beweise!

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Investigativ unterwegs…

November 18, 2008

Alexander Roßbach

Fehlende Lust oder mangelnde Skepsis: Prof. Dr. Georg Krücken (v.l.) von der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer, Redakteur der VDI Nachrichten Dr. Wolfgang Mock, Moderatorin Prof. Dr. Anette Leßmöllmann, Dr. Frank Stäudner, Presse-sprecher des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und Josef Zens, Pressesprecher der Leibniz-Gesellschaft. Foto: Alexander Roßbach

Forschungspolitik – das unentdeckte Land. Auf dem Podium „Wissenschafts-politik – der blinde Fleck des Wissenschaftsjournalismus“ wurde über den Einfluss der Politik auf die Wissenschaft diskutiert. Sehen Wissenschaftsjournalisten diesen Bereich des Ressorts überhaupt? Haben sie keine Ahnung oder einfach keine Lust?

Für Josef Zens, Pressesprecher der Institutsgemeinschaft Leibniz, wird zu wenig über Wissenschaftspolitik berichtet: „Hier werden Geschichten verschenkt.“ Er kennt beide Seiten. Einst als Redakteur bei der Berliner Zeitung, heute als PR-Stratege. Die vielen Geschichten hinter den Pressemitteilungen kenne er. Und plädiert für mehr Hingabe zu den politische Ebenen der Wissenschaft. Dies werde kampflos an Wirtschafts- oder Politikressort abgegeben. Den Rest des Beitrags lesen »

Glaubwürdigkeitslücke

November 18, 2008

Na, drückt es schon hinter dem Ohr? Da wächst demnächst ein Tumor vom vielen Handytelefonieren. Echt jetzt. Oder eben auch nicht. Das war jedenfalls das Thema meines ersten Workshops heute: „Mobilfunk: Kann Strahlung die Gesundheit gefährden?“

Diese umfassende Fragestellung hat die Referenten natürlich ein bisschen überfordert.

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