Schwerer Stand am Stand

November 26, 2007

Ein beständiges Raunen erfült die Kaffeedunst geschwängerte Luft. Geräuschvoll wird ein mit frischem Geschirr beladener Rollwagen vorbei geschoben, übertönt die gelegentlichen Wortfetzen eines nun bereits eine halbe Stunde andauernden Telefonats. Teller und Tassen werden bereits sehnsüchtig erwartet, um die unablässig zum Büffett strömenden Massen hungriger Journalisten gerecht zu werden. Sie streben nach dem vermeintlichen Glück, wollen sich gleichsam des Kollektivs schmatzender Kiefer und krümmelnder Münder anschliessen, um den körperlichen Bedürfnissen gehuldigt, dass zufriedene und selbstgefällige Lächeln im Gesicht zu tragen. Unwissend, habe ich den denkbar besten Zeitpunkt gewählt. Ich stehe repräsentativ am Stand in ständiger Erwartung des Erscheinens eines Interessenten, bisher vergeblich. Geschäftig zieht ein glatzköpfiger Mann mittleren Alters heran. Geschäftig, da in der einen Hand einen halbverzehrten Apfel haltend die andere, vermeintlich unbeobachtetwähnend in den tiefen seiner spitzen Nase geschoben. Zu Beginn meiner Schicht wurde mir geraten offensiv die Leute anzusprechen, eben dies entscheide ich in diesem Augenblick zu tun. Weit aufgerissene Augen starren mich entsetzt aus ihren Höhlen an. Der Apfel indes rollt behäbig über den Teppich, eine feuchte Spur ziehend, kommt apprupt vor meinen Füßen zum stehen. In einer ungeahnten Geschwindigkeit, die ich den fülligen Herren in ein hellbraunes Sakko gehüllt niemals zugetraut hätte stürtzt er sich auf diesen und ist verschwunden, noch ehe ich mich von meinem Schock erholt zum Ansprechen ansetzen konnte. Ein Blick auf die Ihr verrät die Erlösung in weniger als zehn Minuten, schafft Platz für einen meiner unseligen Kommilitonen, welche mein Werk fortführen dürfen. Währendess ich erschöpft von einer Stunde harter Arbeit einen Stuhl in einem der zahlreichen Vorträge zu besetzen.

 

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4 Responses to “Schwerer Stand am Stand”


  1. Anmerkung: Es schadet vermutlich nicht, wenn die Texte nochmals Korrektur gelesen werden. 😉

  2. Eric Herrmann Says:

    Abstract (ungebeten, aber dennoch sicherlich mit Freuden gesehen):

    Ihm ist am Stand langweilig. Er folgt einem Tipp und spricht Leute direkt an. Das geht beim ersten mal schief. Er lässts wieder bleiben. Jetzt ist ihm wieder langweilig. Dilemma!

    Kommentar:

    Ja, für die heißen Debatten kommt man nicht zu unserem Stand. Obwohl.. gerade eben waren Richard Zinken und ein Herr von der DFKI hier. Aber denen ging es nicht wirklich um unsere Sache. Möglicherweise hab ich sie weggeschickt, als ich sagte, dass ich jetzt einen Blogeintrag kommentieren möchte.

    So. Gleich ists 19 Uhr. Viele Stände sind schon verlassen. Wir packen’s auch gleich. Christian hat den Nachbarn angeboten, dass sie ihren Laptop gleich mit bei uns im Saal einschließen lassen. Was für ein Engel.

    Hoppla, das artet ja in einem eigenen Blogeintrag aus. Ich breche ab.

    schüss

  3. Annette Lessmoellmann Says:

    Korrekturlesen ist gut, an den Tatsachen bleiben noch besser. Leute: Dies ist ein journalistisches Blog – please keep this in mind.

  4. Anne Says:

    Naja ich sag es ganz offen…dieser Bericht ist etwas peinlich für unseren Studiengang und wird den hellen und kreativen Köpfen nicht gerecht. Schade! Ich weiß ihr könnt es besser!


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