Unpopulär?!

November 26, 2007

 

„Konzentrieren Sie sich auf eine Sache“ – ein Hinweis von Annette Leßmöllmann. Leicht gesagt, doch schwer in die Realität umzusetzen. Herr Fischer kitzelte viele Themen an. Unter anderem kritisierte er die allgemeine Übersetzung Protein ist gleich Eiweiß, denn „Eiweiße esse ich zum Frühstück, wenn ich Glück habe, aber ich habe sie nicht im Gehirn.“ Er konnte auch nicht verstehen, wie man etwas lebendiges programmieren will, oder wie ein „Genschalter“ funktionieren soll. Schließlich sind wir ja keine Maschinen. Wissenschaftsjournalismus sollte nicht die Dinge vereinfachen, oftmals ist das auch gar nicht möglich. Denn Wissenschaft ist wie Philosophie: „Am Ende einer Fragestellung steht keine Lösung, sondern etwas Geheimnisvolles“. Dieses Geheimnis könnte den Reiz ausmachen und zu einer Popularisierung der Wissenschaften beitragen. Eine wichtige Aussage nannte er gegen Ende „Erzählen Sie eine Geschichte, in der die Menschen, die Sie erreichen wollen vorkommen.“ Das sehen wir Wissenschaftsjournalisten auch so. Haben wir Sie erreicht?

PS: Unser Vortrag hieß „Popularisierung der Wissenschaft und die Rolle der Medien“, obwohl Herr Fischer ihn lieber „Die Wissenschaft wird niemals populär werden“ genannt hätte.

 

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5 Responses to “Unpopulär?!”


  1. Ein Thema kann populär werden, aber die Wissenschaft doch nicht…


  2. Danke für diese ersten Eindrücke vom heutigen Tag. Ich bin gespannt auf die weiteren Artikel von Euch!

  3. Annette Lessmoellmann Says:

    Herr Fischer ist übrigens Ernst Peter Fischer („Die andere Bildung“), der den Wissenschaftsjournalisten die Leviten gelesen hat: Nicht einfach sollten sie schreiben, sondern prägnant und relevant – Motto: „Einfach kann jeder“. Aber mit einem hat er uns allein gelassen: Wenn wir sowieso nicht verstehen, was wissenschaftliche Erkenntnis ist, wie er annimmt, wie können wir dann darüber schreiben (ob nun einfach oder relevant, sei dahin gestellt)? Wir müssen es trotzdem tun und mit diesem Dilemma leben, sagte er mir später im Gespräch. Denn „Verstehen“ tut sowieso niemand etwas: Wenn einer „Energie“ sagt, verstehen viele es, aber eigentlich meinen sie nur, es zu verstehen, denn – was, bitte, ist genau Energie? Wenn man mal so richtig und ganz genau drüber nachdenkt – wissen wir es nicht.

  4. Fischer Says:

    *Wissenschaftsjournalismus sollte nicht die Dinge vereinfachen, oftmals ist das auch gar nicht möglich.*

    Ich denke schon, dass Wissenschaftsjournalismus vereinfachen darf. Viel wichtiger finde ich, dass damit dann auch ehrlich umgegangen wird. Das heißt, der Leser sollte nicht nur eine gute Geschichte erzählt bekommen, sondern auch mit dem Gefühl zurückbleiben, dass die Geschichte eben nicht die ganze Geschichte ist.

    @ Annette:
    *was, bitte, ist genau Energie? Wenn man mal so richtig und ganz genau drüber nachdenkt – wissen wir es nicht.*
    Dochdoch, das wissen wir schon sehr genau: Energie ist eine Bilanzgröße, mit der man (potentielle) Wirkungen berechnen kann.

    Nur wenn „wir“ 😉 anfangen, diese nette kleine Rechenhilfe zu reifizieren und zu mystifizieren, dann wissen wir es plötzlich nicht mehr und suchen verzweifelt nach etwas, was es gar nicht gibt.

  5. Hajo Says:

    Naja, was Fischer sagte, ist schön und gut. Aber leider haben wir Journalisten nur 3 oder 6 Minuten Zeit, oder 100 oder 150 Zeilen Platz. Wenn wir das umsetzen wollten, was er uns empfohlen hat, müssten wir Bücher schreiben (die dann aber niemand mehr liest). Außerdem hat er sich offenbar nie mit den Bedürfnissen, Interessen, Seh-, Hör- und Lesegewohnheiten unserer Hörer und Leser beschäftigt.


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