Wissenschaft zum Anfassen

November 27, 2007

Museen sollen nicht nur deponieren und exponieren – sie sind zum Anfassen gedacht. Schon seit mehr als hundert Jahren vermittelt zum Beispiel das „science museum London“ Wissenschaften. In Deutschland sind die wohl bekanntesten Vertreter das Hygienemuseum in Dresden und das Deutsche Museum in München. Doch sind solche Museen heute nicht dem Untergang geweiht? Science Center und virtuelle Darstellungen von spannenden wissenschaftlichen Themen konkurrieren direkt mit den traditionellen Institutionen. Dave Patten, ehemaliges Mitglied einer Punkband, ist Leiter der New Media Group am „science museum“. Für ihn ermöglichen Museen die direkte Beteiligung an der Materie. Wissenschaft zum Anfassen eben. Aber gleichzeitig muss man sich auch neu orientieren und die Herausforderungen durch die neuen Medien annehmen. So stellt das Museum auch Räume für Events zur Verfügung. Museen sollten sich als Orientierungshilfe in Zeiten von beängstigender Entwicklung der Technik verstehen. Im Deutschen Museum solle man sich durch die Fülle der Angeboten durchzappen und eher den Erklärcharakter erleben können. Zudem sollen auch Ideen vom Publikum aufgegriffen werden. Auch Doktor Walter Hauser, Leiter der Wissenschaftlichen Hauptabteilung „Ausstellungen II Neue Technologie“ am Deutschen Museum, betont die Vorteile der Museen: Sie bieten Selektion während man vom Internet durch die Vielfalt der Informationen erschlagen wird. Klaus Vogel ist Direktor des Deutschen-Hygienemuseums, das eigentlich gar kein Hygienemuseum ist. Stattdessen integriert es Kunst und Kultur in die Geschichte der Wissenschaften. Seine Themenauswahl macht er von der gesellschaftlichen Relevanz und deren Darstellbarkeit abhängig.

Alle drei Museen haben die Herausforderungen dieser Zeit angenommen, doch aus dem Publikum kommt Widerspruch: „Sind diese drei nicht Paradebeispiele für gute Vermittlung? Wenn ich sonst ins Museum gehe, komme ich wütend wieder heraus, weil mir nichts erklärt wird!“ Die Referenten fühlen sich geschmeichelt. Doch eine Patentantwort kann keiner liefern. Hauser sagt sogar, nicht mal er weiß, ob eine Ausstellung funktioniert, bevor sie eröffnet ist. Leider blieb nicht viel Zeit für Diskussion und so blieben einige Fragen unbeantwortet. Dennoch sollte man die Wissenschaftsmuseen mit ihren fühlbaren, riechbaren Darstellungen eine Zukunft geben und sich die Zeit nehmen, Wissenschaft zu erleben!

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