Eine Portion mehr Logik

November 30, 2007

Welche Chance bietet ein Wissenschaftsjournalist in der Chefredaktion? Mit dieser Frage beschäftigten sich Journalisten aus dem Ressort Wissenschaft während der letzten Podiumsdiskussion.
Im Laufe der Debatte veränderte sich jedoch der Fokus des eigentlichen Themas, die Frage wurde schnell beantwortet und somit scheinbar nichtig.
Themen wie Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur sind häufiger in den Medien vertreten, im Vergleich zu wissenschaftlichen Artikeln. Ein Grund hierfür könnte sein, dass Chefredakteure oft Laien der Wissenschaft sind, erklärte Reto Schneider Stellvertretender Redaktionsleiter der NZZ Folio. Somit wäre ein Wissenschaftsjournalist in der Chefredaktion nicht nur eine Bereicherung für das Berufsfeld, sondern würde die Wissenschaft salonfähiger machen.
Dr. Patrick Illinger, Leiter des Ressorts Wissen der Süddeutschen Zeitung und zudem Publikumsmagnet des Abends, kann diese naturwissenschaftliche Phobie nicht nachvollziehen. „Jedes Thema kann wissenschaftlich bearbeitet werden“, betont er.
Zudem schnitt er ein weiters Thema an. Der Wissenschaftsjournalist werde, seiner Meinung nach, zu stark mit dem Forscher oder Wissenschaftler verglichen. “In erster Linie sind wir Journalisten“, betont er.
Erfreulich zu erwähnen ist, dass diese „kleine Nische“ verstärkt an Interesse und Bedeutung in der Gesellschaft gewinnt. Wir müssen nur „haushalten“, fordert Illinger.
Wie oben erwähnt veränderte sich das eigentliche Thema.
Nun lagen im Zentrum der Diskussion die Aktualität und die Recherche eines Artikels.
Schneider erklärte, dass seine Mitarbeiter und er eine Vorbereitungszeit von einem Jahr benötigen, bevor ein Artikel als gut befunden und veröffentlicht wird. Auf die Frage der Moderatorin, ob Aktualität für in zweitrangig sei, beantwortete er mit einem schlichten „ja“. Illinger stimmte der Theorie zu, für ihn ist der „Gegenwartsbezug“ zwar relevant, aber trotzdem sei eine gute Recherche zwingend nötig.“ Zu oft haben Journalisten den Autoren blind vertraut“, dabei nimmt er Bezug zu Fischers Vortrag (die Popularisierung der Wissenschaft und die Rolle der Medien).
Anderer Meinung ist Jochen Wegner, Chefredakteur von Focus Online. Er und seine Mitarbeiter bestehen aufs tägliche einen Kampf mit der Zeit. Dabei muss er von seinen Journalisten ein schnelles und „absolutes Fachwissen“ erwarten.
Zusammenfassend war die Podiumsdiskussion sehr harmonisch und amüsant.
Eine Begründung für die ausgelassene Atmosphäre könnte an der Vorfreude der bevorstehenden Wissensparty im Flughafen liegen, die eine halbe Stunde später stattfand.

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