Entscheidet zukünftig nur die Quote?

November 18, 2008

Alltagsgeschäft beim Fernsehen, bei Zeitungen (noch) unüblich: Das Monitoring der Rezipienten. Die Verfolgung, dessen, was tatsächlich gelesen wird, ist durch Readerscan-Untersuchungen möglich. Eine bestimmte Anzahl von Lesern erfasst mit einem speziellen Stift ihre Lesegewohnheiten. Die Daten stehen dem Verlag innerhalb kürzester Zeit zur Verfügung. Wer liest was, wie weit und in welcher Reihenfolge? Völlig neue Sichtweisen scheinen somit möglich. Plötzlich können Artikel und damit auch Themen nach ihrer „Lese-Quote“ sortiert werden. Entscheidet so in der Zukunft die bloße Quote darüber, was in der Zeitung steht? Dazu würde es nicht kommen, meint Christoph Keese, Konzerngeschäftsführer Public Affairs bei der Axel Springer AG. Seine Hypothese: Klar, Geschichten die laut Readerscan erfolgreich sind, werden gedruckt, aber sicherlich auch solche, welche von den Redaktionen leidenschaftlich verfolgt werden. „Das Mittelfeld muss raus“, bringt er die Lage dennoch auf den Punkt. Eines wird durch Readerscan sehr deutlich: Wissen bringt Quote. Eine gute Nachricht, auch wenn sich Wissenschaftsjournalismus verstärkt daran messen lassen muss, ob er auch wirklich gelesen wird.

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2 Responses to “Entscheidet zukünftig nur die Quote?”

  1. laurabrockschmidt Says:

    „Eine gute Nachricht, auch wenn sich Wissenschaftsjournalismus verstärkt daran messen lassen muss, ob er auch wirklich gelesen wird.“

    -> Sollte er das nicht auch?

  2. maknoll Says:

    Ja, sicher hat er dies in der Vergangenheit auch schon getan! Nur wird er sich durch Readerscan vermehrt die Frage danach gefallen lassen müssen. Wohlgemerkt auch durch die Daten nachprüfbar.


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